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Zettlr, Zettelkasten und Autorenumgebung: Alles auf Anfang?

Noch gestern war ich mir sicher, daß ich für mein nächstes Projekt Obsidian als digitalen Zettelkasten einsetzen werde. Doch bei der weiteren Recherche zu dieser Software bin ich auf Zettlr gestoßen und das hat mich doch wieder wankelmütig werden lassen. Denn auf den ersten Blick ist Zettlr ziemlich genial: Es ist ein Markdown-Editor, der sowohl als (projektbezogener) Zettelkasten, als Note-Taking-App wie auch als Autorenumgebung, um ein Papier oder gar ein Buch fertigzustellen, funktioniert.

Damit würde Zettlr im Prinzip drei bisher von mir genutzten Programme ersetzen: Obsidian als Zettelkasten, Joplin als Note-Taking-App1 und MacDown als Markdown-Editor und Schreibumgebung.

Zettlr bietet – im Gegensatz zu fast allen anderen Markdown-Editorn – keine (HTML-) Vorschau, dafür werden aber Bilder und andere Elemente schon im Editor angezeigt, so daß dieser Mangel kaum auffällt. Die Software ist die Schöpfung des deutschen Soziologen Hendrik Erz, der sie programmierte, weil er von der aktuellen Reihe von Textverarbeitungsprogrammen und Editoren enttäuscht war. Er wollte etwas, mit dem er sich »nur auf das Schreiben und Lesen konzentrieren kann«.

Zettlr ist für die effiziente Organisation großer Textmengen entwickelt worden. Das Programm ist frei und Open Source (GPL 3). Für den Export nach LaTeX/PDF und anderen Formaten verwendet Zettlr Pandoc. Das heißt, das Pandoc und (Xe)LaTeX auf dem Rechner installiert sein müssen. Zettlr verwendet als Markdown-Dialekt daher auch Pandoc-Markdown. Wenn ich also Zettlr einsetzen werde, muß ich nicht mehr auf die feinen Unterschiede zwischen dem Markdown von MacDown und dem Markdown von Pandoc achten. 🤓

Das Programm ist eine Electron-Anwendung und daher plattformunabhängig (macOS, Windows, Linux). Zettlr arbeitet nicht mit einzelnen Dateien, sondern immer mit Projektverzeichnissen (je Projekt ein Verzeichnis), die man natürlich jeweils mit Git versionieren kann.

Literatur

Links

Ich bin hin- und hergerissen und froh, daß ich mein aktuelles Projekt noch nicht in Obsidian aufgesetzt habe. Zettlr scheint mir dafür viel besser geeignet zu sein. Ich werde mir jetzt erst einmal Zeit nehmen und Zettlr auf Herz und Nieren testen. Bis dahin habe ich der Software – wie immer in solchen Fällen – erst einmal eine Seite in meinem Wiki spendiert.

  1. Für die seltenen Fälle, in denen ich Notizen mobil erfasse, werde ich Joplin wohl behalten. Denn Joplin ist von den genannten Programmen bisher nicht nur das einzige, für das es eine Android-Version gibt, sondern auch eines der wenigen Apps, die sich auf meinem Mobilphone auf der SD-Card installieren läßt. Auch wenn ich wirklich selten auf dem Handy etwas eintippe (die Minitastatur ist für meine Finger einfach zu klein), auf der SD-Card habe ich mehr als genug Speicherplatz (da sich alle Apps auf dem knappen, internen Speicher drängeln), daher stört es mich nicht, wenn Joplin auf dem Gerät installiert bleibt. 


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