image image


image

Ein Chromebook für den Schockwellenreiter?

Mein jüngster Krankenhausaufenthalt hat es mir deutlich gezeigt: Wenn man mit der Netzwelt da draußen Kontakt halten, einigermaßen komfortabel Nachrichten lesen (für mich als Nachrichtenjunkie ein unverzichtbares Feature) oder Videos auf YouTube schauen möchte und dazu noch seine Notizen einigermaßen schnell eingeben und verwalten will, dann ist ein Mobilphone das denkbar schlechteste Werkzeug. Die Tastatur ist nicht nur wegen meiner Wurstfingern unbedienbar, sondern auch, weil die UX-Designer wegen der Doppel- und Dreifachbelegung der Tasten jedes flüssige Arbeiten unmöglich gemacht haben. Denn welcher Hornochse ist zum Beispiel auf die Idee gekommen, über die oberste Buchstabenreihe noch einmal die Ziffern zu legen, so daß – wenn die Finger länger auf den Tasten verharren – aus »wer soll das buch lesen« die völlig unverständliche Buchstaben-/Ziffernfolge »234 s9ll das b2ch l3s3n« wird?

Mit Tablets hatte ich aber auch schon experimentiert und war gescheitert. Daß das preiswerte Medion-Tablet von Aldi meinen Ansprüchen nicht genügte, kann man ja noch mit einem Schulterzucken und mit dem Spruch »You get what you pay for« abtun, aber da bei mir auch das iPad in dieser Hinsicht versagte, bestätigt dies meine Einschätzung, daß das iPad nur eine Fernbedienung sei. Um so schlimmer, daß nun im Rahmen der Corona-Pandemie und des damit verbundenen Fernunterrichts die Schüler alle mit Tablets ausgestattet werden, eine teure und die Kreativität hemmende Lösung. Warum hat bisher noch niemand – wie zum Beispiel in England – an den Raspberry Pi gedacht? Viellicht, weil er technisches Know How von den Lehrkräften erfordert, das nicht vorhanden ist?

Doch zurück zu meinem Problem, denn nachdem ich mich schon beinahe damit abgefunden hatte, daß es dafür keine Lösung gäbe, kam mir heute dieser Beitrag von Dave Winer unter, der nach einem Chromebook für Dave fragte. Ein Chromebook (mit einer anständigen Tastatur) hatte ich bisher überhaupt nicht auf dem Schirm, aber das könnte eine Lösung sein. Damit könnte ich online Nachrichten lesen und sogleich die Anmerkungen und Notizen dazu – für spätere Veröffentlichungen – zum Beispiel in Drummer eingeben und speichern. So wäre der wichtigste use case abgedeckt. Doch auch viele andere Anwendungen, die ich – aus gutem Grund – eigentlich lieber lokal auf meinem Desktop erledige, wie zum Beispiel Twine, PuzzleScript, P5.js oder Bitsy könnte ich zur Not und wenn der Spieltrieb mich überwältigt nutzen (das mit der späteren Synchronisation mit meinem Desktop bekomme ich schon hin). Und das Tollste ist: So ein Chromebook bekommt man je nach Ausstattung für das gleiche Geld wie ein Mobilphone der unteren oder mittleren Preisklasse.

Wie gesagt, ich habe bisher keinerlei Erfahrungen mit Chromebooks, daher benötige ich die Weisheit der Cloud: Welche Erfahrungen und/oder welche Empfehlungen habt Ihr mit/für Chromebooks. Meine Anforderungen sind ählich wie bei Dave: An erster Stelle steht eine anständige Tastatur, dann eine hinreichende Anzahl an USB-Ports (Maus, Headset via USB, Tastatur), ein Anschluß für einen externen Monitor (falls ich das Teil von zu Hause nutze) wäre nicht schlecht und ein videokonferenzgeeignetes Mikrophon (könnte ich aber auch mur meinem Headset abdecken) und eine Kamera, Bluetooth ist optional. Und da ich Hardware gerne lange nutze, sollte der EoL- (end-of-life) Zeitpunkt möglichst weit in der Zukunft liegen.

Ich habe meine Email-Kommentar-Funktion repariert. Sie steht Euch allen offen. 😎


6 Email- und 2 Twitter-Kommentare


Ich habe in meinem Leben bisher zwei Chromebooks gehabt; eines habe ich noch. Ich bin eigentlich immer nur dann gescheitert, wenn es darum ging, Dinge zu installieren, die es für das Chromebook nicht gibt - oder Dinge zu nutzen, die einen Terminalzugang erfordern. Hugo konnte ich mit dem Chromebook nicht füttern, mein WordPress-Blog dagegen schon. Und seit Chromebooks auch Android-Apps laufen lassen, habe ich keine Probleme mehr damit - außer dem, dass Chrome der einzige verfügbare Browser ist. Aber damit komme ich auch noch zurecht.
Also: Go for it!
Schöne Grüße von der kleinen Stadt am großen Fluss in die große Stadt mit dem kleinen Fluß!

– Konstantin K. (Kommentieren) (#)


Acer Chromebook Spin 13
Der Laden hier hat das manchmal als Sonderposten. Ich hab meins da mit Kratzer auf dem Gehäuse für 150 EUR bekommen. https://acersonderposten.de/
Unklappbar , somit auch zum Lesen gut geeignet.
Man kann Linux draufspielen und damit auch ganz gut damit arbeiten.
Gute Akkulaufzeit, teilweise 9 Stunden bei mir.
USB-C zum Aufladen. Ich schließe das Ding über den USB-C Port auch an einen Monitor bzw. alternativ eine Docking Station an.
Damit kann ich meine Peripherie voll nutzen (Tastatur, Maus etc.
Ist auf jeden Fall einen Blick wert.
Für diese Woche ist da etwas analoges im Sonderposten Angebot (die wechseln wöchentlich). https://acersonderposten.de/listen/Sonderposten%20Acer%20Notebooks%20und%20Netbooks.pdf
Ich arbeite da um die Ecke in einer Softwarebude, nicht verwandt/verschwägert oder ähnliches. Die Geräte gibt es natürlich auch woanders.
Gute Besserung

– Uwe H. (Kommentieren) (#)


Zunächst einmal möchte ich dir gute Besserung wünschen. Ich habe dem Beitrag entnommen, dass du im Krankenhaus bist. Ich weiß nicht, was es ist, aber ich hoffe, es nichts Schlimmes.
Ich möchte den Artikel zum Anlass nehmen, dir von meinen Erfahrungen mit Android Tablets und Chromebooks zu berichten.
Ich habe mehrere Android-Tablets gehabt. Mit Bildschirmgrößen von 7 - 10 Zoll. Ich gebe dir Recht, dass Tablets im Wesentlichen zu groß geratene Mobiltelefone sind. Mit der Einführung von USB-C hat sich die Situation insofern verbessert, dass man möglicherweise ein USB-C Dock anschließen kann (vorher war man auf USB-2go angewiesen). Damit hat man auch Zugriff auf Ethernet und eine HDMI Schnittstelle für einen externen Monitor.
Ich habe versucht, mit den Tablets zu programmieren. Man kann unter Android z.B. Debian in einer chroot-Umgebung installieren. Das Problem ist, dass normale "graphische" Linux-Programme (X11 oder Wayland) sich schlecht über Touch bedienen lassen. Eine externe Tastatur lässt sich meist über Bluetooth anschliessend. Alles in allem würde ich sagen: eher meh.
Jetzt zu Chromebooks. Ich habe 3 Chromebooks:
* 1 Acer 720p (2G RAM, 16 GB SSD, x86_64 (mobile Haswell)) schon etwas ältllich, Hardware sehr schwach. Ich habe das ChromeOS sehr bald herunter geschmissen und durch Linux bzw. OpenBSD ersetzt. Das Gerät hat 1xUSB3 1xUSB2 1xHDMI.
* 1 Lenovo Ideapad Duet (aarch64, 4GB RAM, 128 GB Flash, 10" Display). Das Gerät ist ein Convertible mit abnehmbarer Tastatur (über Magnet ansteckbar).
Schnittstellen: 1xUSB-C, man braucht ein USB-Dock.
Die Tastatur ist etwas "labbelig". Zudem wurde mein Gerät falsch mit französischer AZERTY Tastatur geliefert, mit der ich nicht klar komme.
* 1 Lenovo Ideapad (aarch64, 4GB RAM, 64 GB Flash, 10" Display). Schnittstellen: 1xUSB3 1xUSB-C (Power+Data), SD-Card. Tastatur ist OK.
Ich benutze bei den Chromebooks den Chromebrowser, einen ePUB Reader und sonst eigentlich nur die Möglichkeit, Linux Programme über Crostini auszuführen (seit ChromeOS 90). Ich habe gcc und den GNU Fortran 95 installiert und benutze das Gerät, um kleinere numerische Programme (mehr ist bei 4GB RAM nicht möglich) und Simulationen auszuführen. Ich nutze allerdings keine IDE, sondern einen Texteditor (meistens vim).
Ich bin mit den Geräten eigentlich ziemlich zufrieden. Sie sind aber eher sehr "Low-End", es gibt wesentlich besser ausgestattete. Ich habe für die ARM-Geräte je 150-250€ ausgegeben.
So ich hoffe, die Mail hilft etwas weiter, wenngleich ich wahrscheinlich ein etwas exotischer Benutzer/Anwendungsfall bin.

– Alexander S. (Kommentieren) (#)


Nachtrag: Das von Alexander S: erwähnte Lenovo Ideapad Duet ist auch mein derzeitiges Chromebook, allerdings mit der "richtigen" QWERTZ-Tastatur.
Das Ideapad hat den großen Vorteil, acht (!) Jahre lang mit Updates versorgt zu werden - inzwischen sind es wohl eher noch sieben.
Der Nachteil ist die abnehmbare Tastatur, die sehr, nun ja, flexibel mit dem Tablet verbunden ist und vermutlich keine acht Jahre durchhalten wird.
Ebenfalls ein Nachteil im Sinne der Schockwellenreiter’schen Wunschliste ist, dass das Gerät eine (in Worten: 1!) USB-3-Buchse und sonst überhaupt keine Anschlüsse hat. Über die lässt sich alles machen, was man mit einer USB-3-Buchse machen kann - aber eben nicht alles gleichzeitig. Und das Konzept des Tablets mit anflanschbarer Tastatur bringt es mit sich, dass das Gerät mitsamt der Tastatur sinnvoll nur auf einer festen, ebenen OBerfläche genutzt werden kann.

– Konstantin K. (Kommentieren) (#)


Bzgl. Ihres Kritzelheftbeitrages wg. Chromebooks:
Ich bin begeisterter Chromebooknutzer und das hat folgende Gründe:
1. in der Anschaffung sind sie sehr preiswert
2. Ich nutze seit jeher Android und das Google-Universum und habe damit auf jedem Gerät Zugriff auf alle meine Daten in der Google Cloud (Sehr schön auch in Kombination mit dem Pixel-Phone, völlig unkomplizierte Kopplung!)
3. Die Convertibles (ich habe zwei Lenovo IdeaPad Flex 3) vereinen die Vorteile von Notebook und Tablet. (Als Tablet allerdings auf Dauer ein bisschen schwer, je nachdem, wie man es hält)
4. Die Linux-VM, die man auf den Geräten installieren kann, bietet nochmal eine Vielzahl von Möglichkeiten, eigentlich grade auch alles, was man zum Programmieren braucht). Ich habe jupyterlab, thonny, renpy (nur auf meinem Acer wg. x86) ohne Probleme installiert, Scratch läuft sowieso im Browser (Chrome-Erweiterung mit Addons ist auch erhältlich). Ich habe sogar Minecraft installiert. Also Spielen geht auch. Eins meiner CB habe ich im Developer-Mode, um zu sehen, wo die Reise hingeht und vorab die neuen Gimmicks auszuprobieren.
Ich für meinen Teil möchte die Geräte nicht mehr missen.

– Robert Sch. (Kommentieren) (#)


Da hänge ich mich mal dran. Nicht, weil ich was gegen mein iPad hätte (als Zeichengerät ist das Ding z.B. super), aber - hgrnzfx//§&"" - ich will eine Tastatur, die diesen Namen verdient (und die Folio von Apple hat eine Lebenszeit wie eine Schneeflocke in den Tropen)

– Armin H. via Twitter (Kommentieren) (#)


Ich kann das Lenovo IdeaPad Flex 5 Chromebook i5 uneingeschränkt empfehlen (tippe gerade darauf). Das ThinkPad C13 Yoga fand ich von der Tastatur noch besser, war aber quirky.

– Frank K. via Twitter (Kommentieren) (#)


Erstmal Gute Besserung von mir.
a) Du verlinkst Deinen elf Jahre alten FAZ–Artikel als Einschätzung zum iPad. Ich überlegte beim Lesen diesens, ob diese Einschätzung eigentlich noch so stimmt. Das iPad und dessen OS hat seitdem haufenweise Features dazu bekommen, von besseren Support für externe Tastaturen inklusive Hotkeys, Mausbedienung, externe Monitore und einem (vereinfachten) Zweifensteransatz, einem Dateimanager etc. Dazu kommt, dass die Einschränkungen des App Stores etwas aufgelöst werden und man diverse Entwicklungs- oder Spielumgebungen in manchen Programmiersprachen findet. Javascript, Lua und Pythonista, soweit ich weiss. Für mich wäre es nicht – ich bin dazu zu sehr eingeschfleischter Mac-Nutzer. Aber ich muss schon leicht widerwillig zugeben, dass da enorme Fortschritte gemacht wurden, iPadOS an der Notebookfront quasi MacOS von unten angreift und ein Blick von 2010 in 2021 etwas unfair wirkt.
b) Zum Raspberry Pi gibt es ja haufenweise Weiterentwicklungen. Eine sehr Lustige ist heute an mir vorbei geflogen: DevTerm von Clockword Pi – ein Linux-basiertes mobiles Terminal – mit einem Thermoprinter. Allerdings derzeit out of stock, sagt die Webseite.

– Tim T. (Kommentieren) (#)


(Kommentieren) 

image image



Über …

Der Schockwellenreiter ist seit dem 24. April 2000 das Weblog digitale Kritzelheft von Jörg Kantel (Neuköllner, EDV-Leiter Rentner, Autor, Netzaktivist und Hundesportler — Reihenfolge rein zufällig). Hier steht, was mir gefällt. Wem es nicht gefällt, der braucht ja nicht mitzulesen. Wer aber mitliest, ist herzlich willkommen und eingeladen, mitzudiskutieren!

Alle eigenen Inhalte des Schockwellenreiters stehen unter einer Creative-Commons-Lizenz, jedoch können fremde Inhalte (speziell Videos, Photos und sonstige Bilder) unter einer anderen Lizenz stehen.

Der Besuch dieser Webseite wird aktuell von der Piwik Webanalyse erfaßt. Hier können Sie der Erfassung widersprechen.

Diese Seite verwendet keine Cookies. Warum auch? Was allerdings die iframes von Amazon, YouTube und Co. machen, entzieht sich meiner Kenntnis.


Werbung

Diese Spalte wurde absichtlich leergelassen!


Werbung


image  image  image
image  image  image


image